Was ist das „Lügenfeld“?

Das im Volksmund so genannte „Lügenfeld“ ist eine Region nahe Colmar im Elsass, die eigentlich Rotfeld heißt und 833 Schauplatz eines obskuren Reichstages war. 

Die beabsichtigte Erbfolgeänderung seitens Ludwigs zweiter Ehefrau Judith, die den mit ihm gezeugten Sohn Karl (*823/°877 - ab 875 Kaiser) als vorrangig erbberechtigt durchsetzen wollte, führte innerhalb der Familie naturgemäß zu erheblichem Zoff.

Auf dem Treffen der beteiligten männlichen Vertreter der Sippschaft anlässlich des besagten Reichstags auf dem Rotfeld, wurde Ludwig der Fromme von seinen Söhnen Lothar I., Pippin und Ludwig „dem Deutschen“ gezwungen, ein öffentliches Schuldbekenntnis abzulegen.

Dabei ging es im Besonderen um die Blendung und den darauffolgenden Tod Bernhards von Italien (etwa *797 bis °818), König der Langobarden und Enkel Karls des Großen, der ebenfalls gegen Ludwigs neue Reichsordnung gewesen war, und im Allgemeinen um die Pfründe der sich wegen Judiths Ansinnen betrogen fühlenden Söhne. 

Langer Rede, kurzer Sinn - auf dem Rotfeld wurden Versprechungen gemacht, diese später mehrfach - mit wechselnden Familienbündnissen - gebrochen und eben das Blaue vom Himmel - bzw. dem Lügenfeld - gelogen. 

Autor: Manfred Zorn

 

 

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