Wer war Chlodwig I.?

Chlodwig I. (466 bis 511) – aus dem Geschlecht der Merowinger und so etwas wie der Urtyp eines ausgemachten Rohlings – trat nach dem Tod seines Vaters Childerich I. im Jahre 481/482 mit fünfzehn/sechzehn Jahren dessen Nachfolge an.

 

Das eine schließt das andere anscheinend nicht aus

Trotz seines unfreundlichen Charakters – er soll brutal, ungebildet, verdorben, total gewissenlos aber bauernschlau gewesen sein; hat geraubt, geplündert, gemordet und den Frauen nachgestellt – entpuppte er sich als herausragender Feldherr und gilt heute als bedeutendster Herrscher aus dem Clan der Merowinger.

Vom Distriktkönig zum Gründer des Frankenreichs

Ursprünglich lediglich so etwas wie ein Distriktkönig, gelang es Chlodwig I. im Laufe seiner gut dreißigjährigen Regierungszeit, sein Reich sukzessive zu vergrößern.

Er kämpfte erfolgreich gegen Alemannen, Aquitanier, Westgoten, seine fränkischen Konkurrenten sowie gegen den letzten römischen Statthalter Galliens namens Syagrius.

Gegen Ende des 5. Jahrhunderts gründete er das so genannte germanisch-romanische Fränkische Reich.

Der Konvertit

Wie schon gesagt war Chlodwig I. nicht nur ein kämpferischer, intriganter und durchaus gewalttätiger Typ, sondern auch ein listiges Schlitzohr. Schnell hatte er die zunehmende Bedeutung und den Einfluss der katholischen Bischöfe erkannt. Um sein ohnehin schon gutes Verhältnis zur Kirche noch fester zu klopfen, heiratete er nicht nur die katholische Prinzessin Chlothilde, sondern trat im Jahre 497 oder 498 – so ganz genau weiß man es nicht – offiziell zum Christentum über.

Chlodwig I. verstarb 511 – nur wenig später nach der Synode von Orléans – in Paris. Die Stadt war zur Zeit Chlodwigs Residenz und politischer Mittelpunkt des merowingischen Frankenreiches.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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