Was ist eine Monarchie – und worin liegt der Unterschied zur Republik?

Liest man die zahlreichen und einschlägigen Ausführungen zu dieser Frage, stößt man unvermutet auf eine zuvor nicht geahnte Komplexität. Trotzdem, soweit möglich, der Versuch einer möglichst kurzen Antwort - ohne Anspruch darauf, auch das letzte Detail berücksichtigt zu haben.

 

Monarchie

In einer Monarchie (-> griech. „Alleinherrschaft“) wurde/wird der Herrschaftsbereich (Land, Staat) durch einen Kaiser, König, Zar (-> in Russland bis November 1917) oder Schah (-> in Persien/Iran bis 1979) repräsentiert.

 

Republik

In einer Republik dagegen werden diese Aufgaben - statt vom Monarchen - von einem Präsidenten (-> Staatsoberhaupt) wahrgenommen.

 

Staatsformen Monarchie

Beide Staatsformen, sowohl die Erb- oder Wahlmonarchie als auch die Republik, gab/gibt es in verschiedenen Spielarten bzw. Regierungssystemen und deren Ausdrucksformen.
So wird die Monarchie unterschieden in eine 

  • absolute -> Alleinherrschaft. Exemplarisch verdeutlicht durch den dem französischen König Ludwig XIV. (*1638/°1715) - möglicherweise zu Unrecht, weil nicht wirklich erwiesen - zugeschriebenen Ausspruch: „L État c´est moi“ - „Der Staat bin ich“, 
  • ständische -> Adel, Bürger, Klerus hatten ein Mitspracherecht, 
  • konstitutionelle -> Einbeziehung einer Volksvertretung bei wichtigen staatspolitischen Fragen und 
  • parlamentarische -> der Monarch ist formal zwar Staatsoberhaupt, fungiert letztlich aber lediglich als Repräsentant des Staates (sh. z.B. die in der „Yellow Press“ immer wieder gern vermarkteten Königshäuser Großbritanniens, Belgiens, Dänemarks, Spaniens, na, und andere mehr).

 

Staatsformen Republik

Von den zurzeit bei den Vereinten Nationen (UNO) sozusagen "Schulter an Schulter" sitzenden Vertretern von weltweit zurzeit 193 Ländern (plus etwa einem Dutzend weiterer Staaten mit umstrittenem Status), bezeichnet sich der überwiegende Teil als Republik - allerdings mit durchaus interpretationsfähigen Erscheinungsformen.
Im Wesentlichen gibt es da 

  • Volksrepubliken (-> Nordkorea, China, Laos) mit einem Einparteiensystem die, so kann man es wohl sagen, letztlich einer diktatorischen Alleinherrschaft entsprechen, 
  • so genannte semipräsidentielle Regierungssysteme - wie zum Beispiel Frankreich oder Russland, deren Präsident direkt vom Volk oder wie in der Präsidialdemokratie der USA (mittelbar) durch so genannte Wahlmänner (-> „Electoral College“) gewählt wird, 
  • Königreiche, Fürstentümer, Emirate und Sultanate - beispielsweise Spanien, UK, Schweden, Saudi-Arabien, Katar, Monaco, Swasiland u.a.m. - die sowohl einer absoluten, konstitutionellen oder parlamentarischen Monarchie entsprechen und 
  • den weitaus größten Teil der Mitgliedsländer, deren Staatsform die (demokratisch) parlamentarische Republik ist.

Letzteres ist eine Staatsform, in der der Regierungschef (Kanzler, Premierminister, Ministerpräsident) vom Parlament gewählt wird (-> repräsentative/mittelbare Demokratie).
Allerdings werden dem Regierungschef gegenüber dem Staatsoberhaupt - dem mehr oder weniger lediglich mit repräsentierenden Aufgaben betrauten Präsidenten - erweiterte Befugnisse eingeräumt.

 

Übrigens

In den Zeiten  

  • der Antike,
  • der vom 7/8. Jahrhundert bis 1797 währenden Republik Venedig und
  • der Herrschaft der Ratsgeschlechter in deutschen  Städten (-> etwa vom 13. bis zum 18. Jahrhundert),

gab es noch die Regierungsformen 

  • Aristokratie ("Herrschaft der Besten") sowie 
  • Oligarchie ("Herrschaft einer kleinen Gruppe").

Autor: Manfred Zorn

 

 

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