Was ist unter dem Begriff „Absolutismus“ zu verstehen?

Mit dem Begriff Absolutismus wird die – etwa von der Mitte des 17. bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Europa praktizierte – Staatsform umrissen, in der der Monarch von „Gottes Gnaden“ allein, absolut und uneingeschränkt von „lästigen Dreinrednern“ herrschte und regierte.

Weder Fürsten, Adelige und Parlamente, geschweige denn die Bürger, hatten auch nur den Hauch einer Chance an Mitspracherechten.

Und, obwohl allenfalls ab und an von seinen "Spindoctoren" beraten, bestimmte in dieser – auch „absolute Monarchie“ genannten – Regierungsform ausschließlich der Herrscher die Geschicke des Staates.

Sozusagen in Personalunion und dabei die Zügel in allen Bereichen immer in der Hand behaltend, kümmerte sich der „Souverän“ (-> „über allem stehend“) um Gesetzgebung, Rechtsprechung, die öffentliche Ordnung, das Militär und das Steuerwesen bis hin zu allgemeinen Verwaltungsfragen.

Selbstverständlich wurde auch der absoluteste Herrscher bei seinen Aufgaben von einem Heer von Staatsdienern unterstützt, aber die endgültige Entscheidung über das Wie, Wann, Warum und ob überhaupt, oblag der ausdrücklichen Zustimmung des Monarchen als letzter Instanz.

Als markantes Beispiel – auch im Zusammenhang mit einer prunkvollen Machtentfaltung und Repräsentanz – gilt der französische König Ludwig XIV. (*1638/°1715). Von ihm, dem Sonnenkönig, soll der Ausspruch „L État c´est moi“ (-> „der Staat bin ich“) stammen.
Allerdings ist unbewiesen, ob Ludwig das wirklich selbst gesagt hat.
Zweifel sind erlaubt, ändern aber nichts an der rigiden Herrschaftsform des Absolutismus - der Machtkonzentration in einer über allem und allen stehenden Autorität.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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