Was ist Populismus?

Populismus ist, etwas vereinfacht gesagt, politische Botschaften so zu vereinfachen, dass sie jeder versteht. Zum Populismus gehört aber auch, dass diese vereinfachten Botschaften nicht zwingend wahr sein müssen, sondern vor allem Anhänger finden sollen.

Ein wenig wissenschaftlicher

Im weitesten Sinne und ohne hier die Interpretationen der Sozialwissenschaften zu bemühen, betreibt der Populismus (lat.: „populus“/„Volk“) gewissermaßen so etwas wie „Public Relations“ (PR) beziehungsweise Propaganda, sprich: Werbung für politisch-weltanschauliche und in der Regel opportunistisch geprägte Denkweisen, Gesinnungen und Überzeugungen.

Platt gesagt, „schaut der Populist dem Volk aufs Maul“, nimmt also zum eigenen Vorteil Stimmungen und Emotionen – wie zum Beispiel:

  • gefühlte Verdrossenheit, Unbehagen, Entrüstung, Wut wegen-,
  • Vorurteile gegen- und
  • Ängste vor etwas –

zur Durch- und Umsetzung seiner Absichten und Ziele unter Nichtbeachtung möglicher Konsequenzen auf und versucht, diese für seine, als einzig richtig befundenen Gewissheiten und Ideen zu nutzen, umzumünzen und in schlicht gehaltener Prosa an die anscheinend unzufriedene und sich abgehängt fühlende Klientel rhetorisch eindrucksvoll zu vermitteln.

Fazit: Wer ist Populist?

Kurz und gut: Der Populismus bietet einfache Lösungen in eingängiger und vereinfachender Sprache für komplexe Probleme, die allerdings – die Lösungen – in der Realität nur sehr selten 1:1 umzusetzen sind.

Bleibt noch die spannende Frage, ob nur diejenigen Populisten sind, die von den Medien als solche bezeichnet werden, oder auch diejenigen, die den Begriff "Populist" dafür nutzen, Gegenspieler mit einem sehr vereinfachenden Schlagwort zu diskreditieren.

Autoren: Manfred Zorn & Dr. Jörg Zorn
Quelle: Allgemeinbildung XXL (Matthias Edbauer, Hrsg. - Compact Verlag)

 

 

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