Wer oder was waren eigentlich die Auslöser des 1. Kreuzzugs?

Kurz gesagt: Die Seldschuken, der byzantinische Kaiser Alexios I. und Papst Urban II.

Und? Was haben diese drei Fraktionen miteinander zu tun?

Nun, nachdem sich die Könige und Kaiser des Abendlandes über Jahrhunderte einerseits mit feindlichen Übergriffen – zum Beispiel der Sarazenen, Hunnen, Wikinger und Magyaren – herumgeschlagen sowie andererseits mit andauernden ideologischen Querelen zwischen den Glaubensrichtungen Islam und Christentum beschäftigt waren, hatte sich die Situation im 11. Jahrhundert so gut wie beruhigt. Die Bedrohung durch fremde Eindringlinge war weitestgehend Geschichte. Die abendländischen Gesellschaften befanden sich im Zustand einer gewissen Konsolidierung; die Bevölkerung wuchs, die Heranwachsenden suchten nach neuen Aufgaben.

 

Brandrede von Papst Urban II.

Da kamen ihnen der Oströmische Kaiser Alexios I. (*1081/°1118) und die kurz zuvor zum Islam konvertierten Seldschuken (-> ein türkisches Nomadenvolk) gerade recht. Denn Letztere bedrohten nicht nur das byzantinische Reich im Besonderen, sondern auch die im Orient lebenden Christen im Allgemeinen. Also bat Kaiser Alexios I. Papst Urban II. (*1035/°1099) um Unterstützung. Der zeigte sich generös und versprach die erbetene Hilfe. Anlässlich der Synode von Clermont-Ferrand/Frankreich im Jahre 1095 mobilisierte der aus der Champagne stammende charismatische Papst die Massen, indem er in einer Aufsehen erregenden Brandrede angeblich barbarische Übergriffe der Muslime auf christliche Pilger schilderte. Das führte unter der Zuhörerschaft zu Empörung, Hass und Rachsucht. Der Ruf nach Vergeltung wurde laut.

Mit dem Versprechen des Papstes, denjenigen, die sich einer kriegerischen Pilgerfahrt in Richtung Vorderer Orient anschlössen, seien unmittelbar sämtliche Sünden vergeben, machten sich die Menschen 1096 in hellen Scharen auf ins Heilige Land, um Jerusalem für die Christen zurückzugewinnen - der 1. Kreuzzug war geboren.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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