Zu was führten der 6. (1248-1254) und 7. (1270) Kreuzzug?

Im Grunde genommen zu nichts. Beide, angeführt von Ludwig IX. (*1214/°1270; ab 1226 König von Frankreich) und mit dem ausgerufenen Ziel, das von den Christen als Bedrohung empfundene muslimische Ägypten platt zu machen, erwiesen sich als Fehlschlag.

Im ersten Fall (-> dem 6. Kreuzzug) geriet das christliche Heer in einen Hinterhalt der Mameluken (-> als Militärsklaven türkischer und/oder kaukasischer Herkunft, dienten die Mameluken muslimischen Herrschern als Elitesoldaten, gründeten mit dem Sultanat von Dehli und Ägypten – 1206 bis 1526 – aber auch eigene Dynastien) und wurde vernichtend geschlagen. Ludwig geriet in Gefangenschaft, wurde gegen Zahlung eines Lösegelds aber bald wieder freigelassen.

Diese Niederlage nie verwindend, setzte Ludwig noch eins drauf und brach 1270 ein zweites Mal - zum 7. Kreuzzug - auf, landete im Juli d. J. mit seinem Heer in Karthago, nahm es ein, hatte aber die Rechnung ohne den Sultan von Tunis gemacht. Der verweigerte sich allen Drohungen Ludwigs und tauchte einfach ab. Langer Rede, kurzer Sinn: Es kam zu keinen weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen – die Beulenpest raffte große Teile des Heeres und auch Ludwig selbst dahin.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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