Warum gilt der Fall der Stadt Akkon als das Ende der Kreuzzugsmanie?

Akkon, eine Stadt in Galiläa/Israel, galt 1291 als das letzte Bollwerk der Kreuzfahrer im Königreich Jerusalem.

Als es im Spätsommer 1290 zu einer unsinnigerweise von den Kreuzfahrern verursachten Gewaltorgie gegenüber muslimischen Kaufleuten kam, der Mamelukensultan Qalawun (*1222/°1290) daraufhin ergebnislos die Auslieferung der Täter forderte, gelang dessen Sohn und Nachfolger Chalil (* ??/°1293) im Frühjahr 1291 – nach wochenlanger Belagerung Akkons – schließlich der Durchbruch.

 

Dem Blutbad folgt ein Blutbad

Die Kreuzfahrer unter Führung des Großmeisters des Templerordens Guillaume de Beaujeu (*etwa 1243/°1291) – und mit ihnen die Einwohner der Stadt – hatten keine Chance. Die zahlenmäßig überlegenen Mameluken machten kurzen Prozess. Nicht zimperlich, richteten sie unter den „Ungläubigen“ ein wahres Blutbad an. Der Widerstand der Kreuzfahrerstaaten war gebrochen; die letzte wichtige christliche Bastion im Heiligen Land fiel zurück an die Muslime.

Mehr oder weniger freiwillig, räumten die als „Franken“ bezeichneten Kreuzritter in der Folge auch die libanesischen Städte Tyrus, Sidon und Beirut. Die gut zweihundert Jahre andauernde christliche Herrschaft über die heiligen Stätten – und mit ihr die Kreuzzüge – hatten damit ihr wenig ruhmreiches Ende gefunden.

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Deutsche Geschichte - Bd. 1 (Bertelsmann Lexikon Verlag)

 

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige