Was haben denn nun 200 Jahre Kreuzzüge bewirkt?

Sieht man einmal ab von Mord und Totschlag sowohl auf Seiten der Muslime, als auch der Kreuzfahrer, von den in all den Jahren nicht ausgeräumten Rivalitäten zwischen Papst- und Kaisertum, der Unfähigkeit sowie des Strebens nach Macht und Besitztümern des einen oder anderen führenden Heerführers, wird den Protagonisten der Kreuzzüge heute durchaus auch eine gehörige Portion religiöser Motivation unterstellt, ohne die die Idee der Kreuzzüge – nämlich die heiligen Stätten in und um Jerusalem für die Christenheit zurückzugewinnen – keinesfalls über immerhin zwei Jahrhunderte aufrechtzuerhalten gewesen wäre.

 

Was aber blieb denn nun tatsächlich?

Ok – zum einen wurden die bereits zuvor schon bestehenden Handelsbeziehungen (-> u.a. Stoffe, Teppiche, Gewürze) nachhaltig vertieft, zum anderen trug ein sogenannter „Kulturtransfer“ des Orients (-> Kenntnisse der Medizin, Mathematik und Astronomie bis hin zur Übernahme arabischer Ziffern, des Schachspiels und sogar einer gewissen Wohnkultur) maßgeblich zur Bildung des abendländischen Westens bei. Außerdem entwickelten sich im Zuge der Kreuzzüge nicht nur die Ritterorden der Johanniter, der Templer und des Deutschen Ordens, sondern auch eine selbstbewusste bürgerliche Schicht in den Städten, die sich zunehmend selbst verwalteten und das Feudal- bzw. Lehnswesen schließlich überflüssig werden ließen. Na, bitte, es geht doch …

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Deutsche Geschichte - Bd. 1 (Bertelsmann Lexikon Verlag)

 

 

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