Von wem wurde das Chateau Gaillard erbaut?

Von Richard Löwenherz. Nicht persönlich, aber er war Bauherr dieser berühmten Burganlage in der Normandie. Das Bauwerk entstand in den Jahren 1196 bis 1197.

Das Chateau Gaillard wurde auf einem Kalkfelsen und Felsvorsprung direkt an der Seine erbaut (etwas 100 Kilometer vom heutigen Paris entfernt). Es diente als Verteidigungsanlage, zur Sicherung der Ostgrenze der Nomandie, die damals unter englischer Herrschaft stand.

 

Vorbild der Kreuzfahrer-Burgen

Es handelte sich um eine der modernsten Burgen der damaligen Zeit. Insbesondere die doppelte Burgmauer, die einen Einschlag von Geschossen an der inneren Burgwand verhinderte, war Ende des 12. Jahrhunderts neu und innovativ. Richard Löwenherz griff dabei wohl auch auf seine persönlichen Erfahrungen des dritten Kreuzzugs und mit den dort besichtigten Kreuzfahrerburgen zurück. Er hielt die Burg für praktisch uneinnehmbar.

Das war sie aber nicht. Kurz nach dem Tod von Richard Löwenherz fiel das Chateau Gaillard doch an die Franzosen. Nach einer über siebenmonatigen Belagerung durch den französischen König Philipp August und 6.000 Mann wurde die Burg 1204 gestürmt und Richards Bruder und Nachfolger in der Normandie mit dem traurigen Namen Johann Ohneland musste das Chateau an die Franzosen übergeben. Eingedrungen sind die Eroberer der Legende nach durch die Latrinenrohre (also etwas für Hartgesottene). Neuere Forschungsergebnisse sprechen aber eher für kleine Fenster als Eintrittspforte, die Johann Ohneland nachträglich hatte einbauen lassen.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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