Was ist unter Heinrichs I. so genannter „Hausordnung“ zu verstehen?

Heinrich I. hatte – durchaus unüblich zu einer Zeit, in der Herrschaftsbereiche in der Nachfolgeregelung bis dahin immer unter allen legitimen Söhnen aufgeteilt wurde – seinen erstgeborenen Sohn Otto, den er für den Qualifiziertesten hielt, zu seinem Nachfolger bestimmt.

Mit einem darüber hinaus von Heinrich bereits zu Lebzeiten verfassten Urkundentext, schuf er gewissermaßen eine Rechtsgrundlage für die Versorgung seiner Gemahlin Mathilde.

Im Beisein hoher Würdenträger aus Staat und Kirche sowie seines Sohnes Otto, ließ Heinrich 929 seine Weisung in Quedlinburg sozusagen für „rechtskräftig“ erklären.

Wissenschaftlich wird Heinrichs Urkunde mit dem Begriff "Hausordnung" belegt. Oder, anders ausgedrückt: Mit der in seiner Urkunde festgehaltenen Erbschaftsverfügung für Mathilde „ordnete Heinrich sein Haus“.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige