Womit hat Heinrich II. seine Zeitgenossen empört?

Mit seiner Entscheidung, während der militärisch schwierigen Auseinandersetzungen mit dem polnischen Herzog Boleslaw, ein Bündnis mit den heidnischen Elbslawen, den Stämmen der Redarier und der Liutizen aus der Gegend des heutigen McPom und Brandenburgs, einzugehen.
Für die im christlichen Glauben aufgehenden Zeitgenossen war das schockierend, für Heinrich II. Mittel zum Zweck.

Als Gegenleistung für die Unterstützung im Kampf gegen die Polen, verschonte Heinrich die vom Christentum ohnehin nicht zu überzeugenden Elbslawen vor weiterer Missionierung.
Und gerade das wurde ihm übel genommen, hatte Heinrich doch als König und zu erwartender zukünftiger Kaiser die verdammte Pflicht, den christlichen Glauben zu verbreiten und zu verteidigen.
Da aber das Mittel den Zweck heiligt, blieb Heinrich von der allgemeinen Empörung unbeeindruckt. Er ging sogar soweit, auch diejenigen seiner Kampftruppe zu bestrafen, die bei instinktlosen und wenig rücksichtsvollen Zerstörungen heidnischer Kultstätten und/oder Kultobjekte erwischt wurden.

Alles in allem mag die Einbeziehung dieser gottlosen Bundesgenossen zu einiger Verwirrung im Reich geführt haben, geschadet hat dieses unkonventionelle Vorgehen Heinrich allerdings weder mittel- geschweige denn langfristig.

Bereits 1004, anlässlich eines zwischengeschobenen Feldzuges in Italien, wurde Heinrich vom Mailänder Erzbischof Arnulf II. in Pavia zum König von Italien sowie 1014, da war an einen Frieden mit Boleslav noch nicht zu denken, in Rom von Papst Benedikt VIII. zum Kaiser gekrönt und - sozusagen in einem Abwasch - Kunigunde zur Kaiserin erhoben.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige