„Renovatio regni Francorum“ – was bedeutet das?

Heinrich II. fühlte sich – im Gegensatz zu Otto III., der es mehr mit einer Rom zugewandten

  • Renovatio imperii Romanorum“ (-> „Erneuerung des Römischen Reiches“) hatte – vielmehr der
  • Renovatio regni Francorum“ (-> "Erneuerung des fränkischen Reiches")

verpflichtet.

Das bedeutete im Wesentlichen das mühsame Geschäft, vor der eigenen Tür zu kehren. Das heißt, Heinrich hatte sich zum Ziel gesetzt, zuerst einmal innenpolitisch zu agieren.
Er ging gegen die Willkür des Adels und des Klerus vor, vermittelte bei Streitigkeiten des Lehnswesens zwischen Burgherren, Herzögen, Äbten, Bischöfen und Bauern – also den jeweiligen Lehnsherren und Belehnten dieses Systems, bekämpfte die grassierende Korruption und betrieb ein der Zeit entsprechendes Rechts- und Gerichtswesen.

Alles in allem gelang es Heinrich tatsächlich – in zäher Kleinarbeit und mit ausgeprägtem diplomatischem Geschick – die in Struktur und Mentalität gegensätzlichen Stämme des Reiches zusammenzuführen und ein Gefühl von Geschlossenheit und Homogenität zu vermitteln.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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