Was hat das Kloster Cluny mit der Synode in Pavia zu tun?

Das um 910 von Herzog Wilhelm von Aquitanien nördlich von Mácon (-> Burgund/Frankreich) gegründete Kloster Cluny, war im 10./11. Jahrhundert Ausgangspunkt einer bedeutenden und von den Mönchen in Cluny angeregten Reformbewegung der katholischen Kirche.

Dabei ging es darum, dem Sittenverfall – einhergehend mit der Käuflichkeit kirchlicher Ämter sowie der Missachtung des Zölibats – in den teilweise zu Bordellen heruntergekommenen Klöstern Einhalt zu gebieten.

Diesem Gedanken konnte sich der fromme Kaiser Heinrich II. uneingeschränkt anschließen.
Allerdings nicht der gleichzeitigen Forderung, dem Papst eine Vormachtstellung gegenüber dem Kaiser einzuräumen.

Auf der gemeinsamen Synode in Pavia (1022) stimmte Heinrich zwar mit Papst Benedikt VIII. darin überein, die um sich greifende Verweltlichung kirchlicher Einrichtungen zu stoppen, Priestern die Ehe zu untersagen sowie klerikaler Verschwendungssucht strikt entgegenzutreten, schloss aber den strittigen Punkt, der die Stärkung des Heiligen Stuhls in weltlichen Angelegenheiten für den Papst reklamierte, vehement aus.

Dem zuzustimmen, hätte den Bankrott des ottonischen Reichskirchensystems – unter anderem das uneingeschränkte Recht des Kaisers der Investitur, also der Einsetzung von Bischöfen und Äbten seines Vertrauens – zur Folge gehabt.

Das ging natürlich überhaupt nicht. Noch nicht!

Autor: Manfred Zorn

 

 

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