Wie war Heinrichs II. Verhältnis zur Institution Kirche?

Einerseits, andererseits!
Einerseits schenkte, stiftete und dotierte Heinrich II. großzügig kirchliche Einrichtungen, andererseits nutzte er das seiner Zeit gigantische Kirchenvermögen zum Nutzen der Staatskasse.

Heinrich, dem die um sich greifende Verkommenheit der Gottesmänner zwar ein Dorn im Auge war, aber deren Lotterleben gern zum Anlass nahm, in den kirchlichen Einrichtungen aufzuräumen, strich kurzerhand alle Einkünfte, die über das Notwendige hinausgingen.

So setzte er die Regeln des „heiligen“ Mönchs und Klostergründers Benedikt von Nursia (*etwa 480 bis °547) durch, wonach die Mönche in Gehorsam, Keuschheit und Armut zu leben hätten.
Wie nicht anders zu erwarten, kam es - sozusagen als Reaktion auf dieses Vorgehen und Ansinnen Heinrichs - zu Gehorsamsverweigerung bis hin zu bewaffnetem Widerstand.
Unzählige Mönche verließen aus Protest die Klöster, kamen aber bald zurück, weil sie mit einem Leben außerhalb des klösterlichen Gemeinwesens nicht zurechtkamen.

Zwei Fliegen hatte Heinrich mit seinen rigiden Maßnahmen geschlagen:
Zum einen hatte er den Kirchen- und Klosterleuten ein entsagungsvolles Leben näher gebracht, zum anderen erlaubte ihm die auf diese Weise aufgebesserte, ja, geradezu gut gepolsterte, Staatskasse, sich - befreit von pekuniären Sorgen - verstärkt seiner Politik zu widmen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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