Warum wurde Heinrich II. zum „Heiligen“ erhoben?

Wie gesagt, Heinrich II. (*972/°1024) war ausgesprochen fromm.
Und in der festen Überzeugung, als von "Gottes Gnaden" erhobener Herrscher nicht nur für die weltlichen Belange seines Reiches, sondern auch für die Kirche Verantwortung übernehmen zu müssen, unterstützte Heinrich unter anderem die Reformen von Cluny, und förderte konsequent und unbeirrbar Bistümer, Kirchen, Klöster und Abteien.

 

Mäzen und Philanthrop

Seine besondere Leidenschaft galt dem von Heinrich (und seiner Gattin Kunigunde von Luxemburg) gegründeten Bistum Bamberg. Noch vor der im Jahr 1007 erfolgten Gründung, ließ Heinrich die Arbeiten am Bau des Bamberger Doms beginnen.
Zahlreiche Schenkungen des Kaiserpaares an das Bamberger Bistum sowie einer Vielzahl weiterer kirchlicher Einrichtungen des Reiches, ergänzten Heinrichs und Kunigundes gottgefälliges Wirken.
All das zusammengenommen, mag schon Grund genug für Heinrichs spätere Heiligsprechung gewesen sein.

 

Gewollte oder ungewollte Kinderlosigkeit?

Möglich aber auch, dass die Kinderlosigkeit des Kaiserpaares eine nicht unbeträchtliche – und wenn ja, dann allerdings absurde – Rolle gespielt hat.
Eine denkbare Zeugungsunfähigkeit eines der Eheleute oder eventuell mangelnde Lust im Bett, wurde dabei vom Klerus gar nicht erst in Betracht gezogen.
Vielmehr wurde die Kinderlosigkeit des Paares mit einer ehelichen Enthaltung aus religiös motivierter Keuschheit gleichgesetzt – einer verklärenden Gleichsetzung mit der Jungfrau Maria sozusagen.

 

Heiligsprechung und Verehrung

Sei´s drum!
Heinrich II. wurde 1146 von Papst Eugen III. (Papst von 1145-1153), Kunigunde um 1200 von Papst Innozenz III. (*1161/°1216) heilig gesprochen.

Bis heute werden Heinrich II. und Kunigunde als Schutzpatrone des Erzbistums und der Stadt Bamberg verehrt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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