Was war Heinrich II. „der Heilige“ für ein Typ?

Heinrich II. (*972/°1024), geprägt durch nicht immer vergnügliche Kindheitserinnerungen zu Zeiten der Verbannung des Vaters (-> Heinrich des Zänkers), häufig kränkelnd und von Geburt an hinkend, galt und gilt als nüchterner, realistisch denkender und unermüdlich arbeitender König und Kaiser.

Er war – im Gegensatz zu seinem Vorgänger Otto III. (*980/°1002) – weniger der phantasiebegabte, draufgängerische, konfliktfähige und kämpferische Typ, als mehr der kluge, diplomatisch agierende „Hüter des Reiches“.

Zwar wirkte der bodenständige Heinrich weitestgehend vermittelnd und ausgleichend, war aber – bei aller Frömmigkeit – in gewisser Weise auch mit allen Wassern gewaschen und, wenn nötig, mit einer dem Anlass gebietenden Durchsetzungsfähigkeit und Härte ausgestattet.

Alles in allem: Heinrich II. war nicht so sehr der Charismatiker, sondern mehr das, was heutzutage mit dem Begriff „Macher“ belegt wird.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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