Warum musste Otto I. 963/964 im Kirchenstaat für Ordnung sorgen?

Weil in Italien – genauer: in Rom – wieder einmal der Teufel los war.

 

Einer geht, der Nächste kommt

Der perfide und unmoralische Papst Johannes XII. (*937/39 - °964), der der Fama nach – zum Beispiel –

  • den Vatikan zum Bordell gemacht und
  • Kirchenämter und Bischofstitel gegen Geld vergeben haben soll,

also ein ausgesprochener Sittenstrolch war, und sich zu allem Überfluss auch noch mit dem ehrgeizigen Berengar II. von Ivrea gegen Otto I. verbündet hatte, wurde 963 durch Papst Leo VIII. (*???/°965) ersetzt.

In der Tat: Ein "schlimmer Finger"

Aber Leo hatte erst einmal Pech.

Johannes riss das Ruder wieder an sich, intrigierte gegen jeden, der die Fahne für Otto I. hochhielt, raubte den Kirchenschatz, probte Anfang 964 den Aufstand gegen den Vatikan und floh schließlich, als er erfuhr, dass Otto I. auf dem Weg nach Rom war, in die Campagna.

Dort verstarb Johannes XII. – siebenundzwanzigjährig – (angeblich) während des Beischlafs mit einer jungen, verheirateten Frau durch die Hand des "gehörnten" Ehegatten.

So nicht!

In der Zwischenzeit hatten die Römer, unter Missachtung jeden zuvor geschworenen Eides, einen Kleriker namens Benedikt zum Papst berufen. Wieder musste Otto I. eingreifen.

Ende gut, alles gut?

Benedikt V. (*??? - °965/966) wurde aus Rom verbannt,

  • Leo VIII. erneut auf den päpstlichen Stuhl gesetzt,
  • Berengar von Ivrea ebenfalls ins Exil geschickt

und schließlich und endlich (Leo VIII. war inzwischen verstorben) auf Anraten Ottos I., der Bischof von Narni im Oktober 965 zum

  • Papst Johannes XIII. gemacht. Das blieb er bis 972.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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