Wie kam es zur Hochzeit Ottos I. mit Adelheid von Burgund?

Schlicht gesagt: Weil – seit dem Ende der Karolinger im ausgehenden 9. Jahrhundert – in Italien das Chaos herrschte und eine gewisse Adelheid von Burgund (*um 931/°999) eine Rolle spielte.

 

Mit Hieb und Stich, jeder gegen jeden – Mord, Totschlag, Intrige und Betrug nicht ausgeschlossen – wurde unter den mächtigen und wichtigen fränkischen, langobardischen und italienischen Adelsfamilien um die Macht und den Langobardenthron in Pavia gekämpft.

In dieses Tohuwabohu hinein wurde 931/32 Adelheid geboren.

Eltern und kurzes (erstes) Eheglück

Der Vater war König Rudolf II. von Burgund, die Mutter hieß Berta und kam aus Schwaben.

Bereits mit sechs Jahren wurde Adelheid vom zweiten Mann ihrer Mutter, einem gewissen Hugo von Arles, mit dessen Sohn Lothar verlobt. Als Lothar 946 König von Italien wurde, wurde geheiratet.

Bedauerlicherweise starb Lothar (II.) bereits vier Jahre später. Angeblich soll er vom Markgrafen Berengar von Ivrea vergiftet worden sein, der sich an Lothars Stelle setzen wollte.

Adelheid heiratet nicht jeden

Ob nun der skrupellose Berengar Adelheid selbst heiraten, oder aber seinen Sohn mit ihr vermählen wollte, ist nicht gesichert.

Aber, unabhängig davon: Adelheid lehnte (beides) ab – woraufhin sie von Berengar auf einer Burg in Como eingesperrt wurde.

Langer Rede, kurzer Sinn

Adelheid gelang die Flucht, ihre Anhänger riefen Otto I. zur Hilfe, der kam 951, traf Adelheid in Pavia und heiratete die gut zwanzig Jahre Jüngere.

Epilog

Und was wurde aus Berengar, dem unangenehmen Typ?

Durch Ottos Gnaden 950 doch noch König von Italien geworden, allerdings 961 von Otto wieder abgesetzt und 964 nach Bamberg geschickt, ist Berengar dann dort 966 verstorben.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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