Was geschah nach der Königskrönung Ottos I.?

Einiges! Denn, wie so häufig, war es auch hier im Falle Ottos I. (*912/°973) die Familie, die für unerfreulichen Zoff sorgte.

 

Familiäre Ränkespiele

Mathilde, Ottos Mutter, war immer schon der Meinung gewesen, dass eigentlich ihrem Zweitgeborenen, Heinrich von Bayern, die Königswürde zustand.

Dieser Anspruch musste nun bedauerlicherweise "ad acta" gelegt werden, sollte sich aber in der Folge in andauernden Stänkereien und Querelen gegen Bruder Otto auswirken.

Vermeintliche Ansprüche Dritter

Zum anderen kam es zu Aufständen in Böhmen und Auseinandersetzungen mit den Elbslawen, die auch Wenden genannt wurden.

Während Letztere unter Führung des kurz zuvor von Otto I. zum Markgrafen ernannten Hermann Billung geschlagen wurden, die Böhmen sich beharrlich als Guerillakämpfer austobten und die Ungarn sich vorübergehend wieder einmal in ihre Heimat zurückzogen, sorgte der Frankenherzog Eberhard (Bruder König Konrads I. und damit aus der Familie der Konradiner stammend) für stete Unruhe im Land.

Bündnisse

Trotz peinlicher Strafen seitens Otto I., verbündete sich Eberhard mit den Bayern, mit Ottos intrigantem jüngerem Bruder Heinrich, Giselbert (II.) von Lothringen sowie mit Thankmar, dem Halbbruder Ottos I., um gemeinsam gegen Otto vorzugehen.

Die Macht des Schicksals

Der Zwist endete schließlich 939 mit dem

  • Tod Eberhards in der Schlacht bei Andernach (Rheinland-Pfalz),
  • Thankmar wurde – von Otto weder gewollt, geschweige denn angeordnet – am Altar der Kirche auf der Eresburg (Nordrhein-Westfalen) erschlagen und
  • Giselbert ertrank – ebenfalls nach der Schlacht bei Andernach – im Rhein.

Heinrich aber wurde von Otto großmütig verziehen und sogar mit dem Herzogtum Bayern abgefunden – was Heinrich ihm fortan mit strikter Loyalität dankte.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige