Heiliges Römisches Reich (Deutscher Nation) – was ist das eigentlich?

„Heilig“ wurde das Reich genannt, weil die Kaiser sich „als von Gottes Gnaden“ berufen fühlten. Das „Römisch“ im Namen, geht auf Karl den Großen zurück.

Wie es dazu kam

Seit Karls Kaiserkrönung im Jahre 800, wurde nicht nur dessen, sondern auch die Herrschaft der auf ihn folgenden Kaiser als Fortsetzung des antiken römischen Kaisertums verstanden – was eigentlich nicht korrekt war.

Byzanz – Konstantinopel – Istanbul

Der legitime Nachfolger des Römischen Reiches war im Grunde genommen nämlich das Oströmische Reich der Byzantiner. Und das kam so:

Konstantin der Große (*irgendwann um 280 plus/minus bis °337), ab 324 Alleinherrscher des Römischen Reiches, wechselte in den Zwanzigern des 4. Jahrhunderts von Rom nach Byzanz, und machte die Stadt 330, die er nun Konstantinopel nannte, zum "Neuen Rom".

Jahre später, 395, wurde Konstantinopel Hauptstadt des Oströmischen (Byzantinischen) Reiches, was auch die 1453 in die Stadt einfallenden Osmanen/Türken dabei beließen.

Als türkische Hauptstadt wurde Konstantinopel 1923 durch Ankara ersetzt; der Name Konstantinopel 1930 in Istanbul geändert.

Heiliges Römisches Reich – Deutscher Nation

Seit der Krönung Ottos I. 962 durch Papst Johannes XII. (*um 938/°964), gilt Otto I., der Große, als Gründer des „Heiligen Römischen Reichs“.

Der Begriff „Deutscher Nation“ stammt aus dem 15. Jahrhundert, und meint so etwas wie einen Zweckverband verschiedenster Herrschaftsgebiete, deren führender Kopf ein von den Kurfürsten gewählter König war, der üblicherweise auch zum Kaiser des Reiches aufstieg.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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