Warum hat sich Otto II. mit Byzanz und den Sarazenen angelegt?

Ja, warum? Aus Großmannssucht? Oder aus dem Ehrgeiz heraus, seinen als übermächtig empfundenen Vater Otto I., den Großen (*912/°973) zu übertreffen?

Das könnte, so mag Otto II. tatsächlich gedacht haben, mit der Unterwerfung Italiens bis hinunter nach Sizilien möglicherweise gelingen!

Oder bewog ihn zu diesem Schritt schlicht und einfach die Tatsache, dass – in etwa zeitgleich – die Familie seiner Gattin Theophanos in Byzanz aus dem Amt gekegelt worden war?

Auch möglich, dass Otto glaubte, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können:

  • Einerseits – in der Absicht, die Familie seiner Frau zu rächen – die italienischen Besitzungen des Oströmischen Reiches, der Byzantiner, zu annektieren,
  • andererseits bei dieser Gelegenheit gleichzeitig das Christentum gegen die seit längerem auf süditalienischen Gebiet operierenden Sarazenen zu verteidigen!

Vielleicht war es auch all das zusammen, was Otto II. gen Süden ziehen ließ. Wer weiß? Man kann ihn dazu nicht mehr befragen.

Jedenfalls fügte er, um seinen Anspruch auf Gesamtitalien unmissverständlich deutlich zu machen, seinem Titel „Imperator Augustus“ das aufschlussreiche Wörtchen „Romanorum“ hinzu – was soviel wie „Kaiser der Römer und Augustus“ bedeutete.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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