Von wem wurde Otto II. fast gekidnappt?

Vom – aus dem karolingischen Geschlecht stammende – westfränkischen König Lothar (*941 bis °986).

Irriger Gedanke

Lothar verwaltete seinerzeit lediglich einige im Grunde unbeutende Restgebiete des ehemals von Karolingern beherrschte Westfrankenreichs.

Anscheinend kam er auf den furiosen Entführungsgedanken, weil er glaubte, mit dem Kidnapping Ottos II. (*955/°983) – und einer damit einhergehenden Erpressung – sein gebietsmäßig reduziertes Hoheitsrevier mit der Einnahme Lothringens aufstocken zu können.

Man kann's ja mal versuchen

Obwohl militärisch in Ausrüstung und Truppenzahl stark eingeschränkt, eroberte Lothar 978 die Pfalz Aachen, wo sich gerade auch Otto II. mit der schwangeren Theophano eingefunden hatte.

Das Johannisfest zu Ehren der Geburt Johannes des Täufers sollte begangen werden.

Sozusagen fünf vor zwölf erfuhr Otto von Lothars Husarenstück, ihn gegen Lösegeld entführen zu wollen.Aber Otto, Theophano, Soldaten und sonstige Begleitung konnten rechtzeitig das Weite suchen.

Back to the roots

Zwar errang Lothar somit einen Pyrrhussieg, konnte Lothringen allerdings nicht nachhaltig zurückgewinnen. Schließlich leistete Lothar 980 gegenüber Otto II. seinen grundsätzlichen Verzicht auf Lothringen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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