Wie wurde Gerbert von Aurillac zu Papst Silvester II.?

Gerbert von Aurillac (*950/°1003) war Franzose, Mathematiker, Erzbischof von Reims, ein guter Freund Ottos III. (*980/°1002) sowie derjenige, der Otto den Gedanken der „Renovatio imperii Romanorum“ (-> „Erneuerung des Römischen Reiches“) vermittelt hatte.
Vermutlich bestand zwischen beiden auch so etwas, wie eine  Seelenverwandtschaft.

Als Papst Gregor V. 999 mit siebenundzwanzig Jahren unerwartet verstarb, schien es also folgerichtig, dass Otto III. seinen ehemaligen Lehrer und Bruder im Geiste, Gerbert, auf den Papstthron berief – und das wieder einmal, ohne das Einverständnis von Klerus und Adel einzuholen.

Gemeinsam mit Otto entwarf Gerbert als nunmehriger Papst Silvester II. erfolgreich einen Masterplan zur Restrukturierung der polnischen und ungarischen Kirche, deren Vertreter zukünftig nicht mehr dem fränkischen Reich, sondern ausschließlich dem Kaiser und Papst verpflichtet waren – wodurch die Kirchen beider Länder so etwas wie Eigenständigkeit erhielten.

Dummerweise kam es nicht zu einer länger anhaltenden Zusammenarbeit.
Otto III. verstarb Anfang Januar 1002, Papst Silvester II. wenige Monate darauf, im Mai 1003.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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