Was ist das eigentlich – „Renovatio imperii Romanorum“?

Nachdem Otto III. (*980/°1002) ziemlich brutal, aber letztlich erfolgreich, die päpstlichen Angelegenheiten seines Verwandten Papst Gregors V. (*972/°999) geregelt hatte, entschied er sich zu einem etwas längeren Aufenthalt vor Ort.
Die folgenden zwei Jahre (-> 997 bis 999) seiner Anwesenheit in Italien nutzte er dahingehend, das eine oder andere Relikt der Kirche zu reformieren - was ihm partiell auch gelang.

Allerdings hatte er mit seinem idealistischen Programm „Renovatio imperii Romanorum“, einer „Erneuerung des Römischen Reiches“, weniger Erfolg. Die Absicht dieses Vorschlages war - unter anderem - die Herrschaftsansprüche  von Papst und Kaiser sozusagen gleichberechtigt zu gestalten, um so den unablässigen Streit um die Vormachtstellung ein für alle Mal beizulegen.

Obwohl Ottos Vorstoß in dieser Angelegenheit bedauerlicherweise nicht so gut angekommen zu sein schien, setzte er sich doch in einem Punkt durch. Rigoros lehnte er die der Kirche vorliegende und (angeblich) im 4. Jahrhundert von Kaiser Konstantin dem Großen (*272/°337) veranlasste so genannte „Konstantinische Schenkung“ - nach der einzig dem Papst das Sagen über die Christenheit zugesprochen worden sein sollte - als Fälschung ab.

Und er hatte Recht mit dieser Ablehnung!
Im 15. Jahrhundert wurde das Dokument nämlich in der Tat als „Fake“ enttarnt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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