Warum reiste Otto III. ein zweites Mal nach Rom?

Die Kaiser der damaligen Zeit scheinen als so etwas wie eine ständig "Gewehr bei Fuß" stehende Eingreiftruppe fungiert zu haben. Ganz besonders galt das für Italien, wo es hieß, sich gegen die Päpste zu behaupten.
Und ganz unmöglich waren Päpste, die nicht des Kaisers Zustimmung fanden.
So war es auch jetzt.

Papst Gregor V. (*972/°999), Cousin Ottos III. (*980/°1002) und gerade erst von diesem eingesetzt, war vom übel wollenden römischen Adeligen Crescentius I. Nomentanus vom „Heiligen Stuhl“ vertrieben worden, hatte sich nach Spoleto (-> Umbrien/Italien) abgesetzt und war durch einen Günstling Crescentius´ ersetzt worden.
Das ging nun überhaupt nicht.
Also wurde Otto wieder einmal dringend in Rom gebraucht.

Mit Gregor V. im Schlepptau, traf Otto III. um den Jahreswechsel 997/998 erneut in der Stadt ein und beschloss, ein Exempel zu statuieren.
Der auf der Flucht aufgegriffene Papst von Crescentius´ Gnaden, Johannes XVI. (Gegenpapst von 997 bis 998), wurde aufs Fürchterlichste entehrt und verstümmelt, aber am Leben gelassen; der penetrante Aufwiegler Crescentius auf brutale Weise hingerichtet.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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