Warum wurde Heinrich der „Zänker“ nicht Kaiser?

Weil er gegen Ottos III. Mutter und Großmutter keinerlei Chance hatte.

Ausgangslage

Als Heinrichs Cousin Otto II. 983 verstarb, war der „Zänker“ (*951/°995) der irrigen Annahme, dessen kaiserliche Nachfolge antreten zu können. Wegen einer vermuteten guten Ausgangsposition auf dem Weg zum Kaiser, ließ er sich von seinen Gesinnungsgenossen 984 kurzerhand zum König ausrufen – ein Vorgang, der allerdings keine Aussicht auf Erfolg hatte.

Frauenpower

Heinrich der "Zänker" hatte schlicht die Rechnung ohne den Wirt gemacht, das heißt im Klartext, ohne die starken Frauen Theophanu und Adelheid – Mutter und Großmutter Ottos III. (*980/°1002).

Die wussten sein Ansinnen nämlich erfolgreich zu verhindern.

Entmachtung und früher Tod

Theophanu gelang es, Heinrich zu entmachten (er verlor vorübergehend das Herzogtum Bayern) und die Regentschaft für ihren vierjährigen Sohn vertretungsweise zu übernehmen.

Und, als Theophanu 991 starb, verwaltete Adelheid, die Großmutter das Reich bis zum kaiserlichen Amtsantritt ihres sechszehnjährigen Enkels Otto III. im Jahre 996.

Ein Jahr zuvor war Heinrich der „Zänker“, mit vierundvierzig Jahren, in Gandersheim verstorben.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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