Ottonen und Reichskirche – wie ging das zusammen?

Nun, die Ottonen führten den von Konstantin dem Großen und Karl dem Großen geprägten Anspruch: "Alle Macht dem Staat“, sozusagen nahtlos fort.

Damit dieses Ansinnen auch Erfolg hatte, wurde der Status der Reichskirche nicht nur ausgebaut, sondern gleichzeitig die kirchlichen Würdenträger mit üppigem Grundbesitz, Mitspracherecht in Verwaltung, Markt-, Münz- und Zollabgelegenheiten korrumpiert.

Vorteilsvergabe mit angezogener Bremse

Damit aber diese – durchaus eigennützige – Großzügigkeit der ottonischen Regenten nicht doch klammheimlich zur Entstehung neuer zusätzlicher Machteliten führte, wurden Bischöfe und Äbte ausschließlich durch den König ernannt, aber – der kluge Mann baut vor – gleichzeitig die so erreichten Kirchenämter als nicht erblich erklärt.

Der (lange) Kampf um die Vormachtstellung

Diese Gepflogenheiten führten im 11/12. Jahrhundert zum so genannten Investiturstreit, einem Machtkampf zwischen Päpsten, Königen und Kaisern um Privilegien, Rechte und Pflichten.

Mit dem Wormser Konkordat wurde dieser Streit schließlich im Jahre 1122 zwischen Papst Calixtus II. und Kaiser Heinrich V. – zwar nicht in allen Punkten, aber doch mit erweiterter Einflussnahme auf kirchliche Belange durch die Kurie – beigelegt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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