Hat Papst Leo IX. die Erwartungen Heinrichs III. erfüllt?

In der Tat, das hat er.

Bruno Graf von Egisheim-Dagsburg (*1002/°1054), seit 1026 Bischof von Toul (-> Lothringen) und um Ecken mit Heinrich III. verwandt (-> dessen Großmutter sowie Brunos Großvater väterlicherseits waren Geschwister), übernahm die Tiara zwar nicht ganz freiwillig, ließ sich aber schließlich doch überreden, nachdem seinem Wunsch – mit Zustimmung des römischen Volkes und des Klerus gewählt zu werden – entsprochen worden war.
Im Jahre 1048 wurde Bruno in Worms – als Leo IX. – zum Papst erhoben.

Bereits unmittelbar nach Amtsantritt entpuppte Leo IX. sich als unermüdlich Reisender (-> „fahrender Papst“) durch das Reich. Leo war sozusagen ein „Papst zum Anfassen“.

Ganz im Sinne Heinrichs III. (*1017/°1056) nahm er den Kampf

  • gegen den grassierenden Ämterschacher auf,
  • sprach sich vehement gegen die Priesterehe aus,
  • reformierte die Verwaltungsstrukturen der Institution Kirche,
  • drängte die Korruption zurück und verringerte – einigermaßen erfolgreich – den Einfluss des italienischen Klerus.

Außerdem gelang es Leo IX. 1049, auf dem 2. Konzil in Reims, durchzusetzen, dass der Pontifex Maximus fortan als „Oberhaupt und Beauftragter der Gesamtkirche“ zu akzeptieren sei.

Alles in allem Grund genug, dass der später „heilig“ gesprochene Papst Leo IX. in der Geschichtsforschung als der anerkannt renommierteste der deutschen Päpste gilt.
Immerhin war Leo der Spagat gelungen, sowohl einerseits das Papsttum zu stärken, als sich andererseits gleichzeitig auch für einen verträglichen Ausgleich zwischen Kaiser und Papst stark zu machen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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