Welche Absicht verfolgte Heinrich III. mit der Wahl deutscher Päpste?

Politisch über das ostfränkische Reich hinaus inzwischen unstrittig als tüchtiger und mächtiger Souverän akzeptiert, erhoffte sich Heinrich III. (*1017/°1056) mit der Einsetzung eines nach Papst Gregor V. (Papst von Mai 966 bis Februar 999) zweiten deutschen Papstes zugleich Unterstützung in der Umsetzung seiner Reformen.
Gleichzeitig beabsichtigte er mit diesem Coup eine stärkere deutsche Einflussnahme auf Rom und Italien insgesamt zu erreichen.

Bedauerlicherweise klappte das mit Clemens II. (-> deutscher Papst von Dezember 1046 bis September 1047) wegen zu kurzer Dienstzeit nicht.
Er verstarb nach nur neun Monaten. Vermutlich an Malaria.

Auch mit dem Nachfolger, dem aus bayerischem Adel stammenden Damasus II., hatte Heinrich wenig Glück.
Damasus wurde bereits drei Wochen nach Übernahme des Ponifikats, offenbar ebenfalls von der Malaria, dahingerafft.

Für gut sieben Monate nach Damasus´ Tod, blieb der Papststuhl unbesetzt. Niemand schien sich um das Amt zu reißen. Und das nicht ohne Grund, waren doch die deutschen Päpste in Rom nicht gerade wohl gelitten.

Schließlich bestimmte Heinrich in Worms seinen Wunschkandidaten Bruno Graf von Egisheim-Dagsburg (*1002/°1054) und Bischof von Toul zum Papst, der das Amt dann – als Papst Leo IX. – von Februar 1049 bis zum April 1054 ausübte.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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