Warum hielt Heinrich III. so große Stücke auf das Kloster Cluny?

Durchaus eine Rolle mag dabei gespielt haben, dass das um 910 gegründete Benediktinerkloster Cluny in Burgund auf die Familie seiner Gattin Agnes von Aquitanien und Poitou zurückzuführen ist.
Wahrscheinlicher aber scheint die Faszination gewesen zu sein, die das Wirken - die kirchenreformerischen Ideen - der Äbte und Mönche des Klosters auf Heinrich III. (*1017/°1056) ausübten.

Das Anliegen der - wenn man so will - „Lehre“ des Klosters waren unter anderem die Besinnung auf die wahren Werte der Kirche -

  • die strikte Einhaltung benediktinischer Regeln,
  • der tägliche Gottesdienst,
  • das Begehen einer feierlichen und ausgedehnten Liturgie sowie
  • eine gelebte Kreuz- und Marienverehrung der Mönche.

„Tugenden“ wie Zucht, Ordnung, Gehorsam, Schweigen – und das bei ausgesuchter Frömmigkeit – kamen eben dem stark religiösen Heinrich III., dem jegliche Lebensfreude fremd war, nicht nur geradezu gelegen, sondern stützten auch seinen Hang, sich öffentlich der Sünde zu bekennen und seinen Feinden zu verzeihen.

Das Streben der Mönche von Cluny nach der absoluten Loslösung der Kirche von jedweder staatlichen Bevormundung, schien dem guten Heinrich III. dagegen nicht aufgefallen zu sein.

Hätte er, wenn er die Umtriebigkeit in der Durchsetzung dieses Gedankens erahnt und/oder sogar erkannt hätte, seinem Sohn und Nachfolger Heinrich IV. (*1050/°1106) im kommenden Investiturstreit vielleicht schon vorgegriffen?

Nun, er hat´s nicht getan. Der Bußgang nach Canossa blieb seinem Sohn vorbehalten.

Autor: Manfred Zorn

 

 

 

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