Wie war das Verhältnis Kirche zu Staat, als Heinrich III. verstarb?

Angespannt.

 

Einerseits, andererseits

Einerseits hatte Heinrich III. (*1017/°1056) es verstanden, das über Jahrhunderte entstandene Herrschaftsgebilde im Reich zu erhalten. Wie schon unter den Karolingern und Ottonen praktiziert, nutzte auch Heinrich verwandtschaftliche Beziehungen und Treuegelöbnisse seiner Herzöge, Fürsten und Grafen zum Ausbau weltlicher Macht.

Andererseits war die Stabilität dieser privilegierten Clique bedroht, als sich überall in der Kirche der Drang nach Unabhängigkeit vom weltlichen Herrscher breitmachte. Zunehmend gingen die Päpste auf Konfrontationskurs zu Königen und Kaisern. Folgerichtig waren Auseinandersetzungen beider „von Gott gesetzten Gewalten“ nicht mehr aufzuhalten.

 

Eine Fahrradkette kommt ins Spiel

Mag sein, Heinrich III. wäre Kraft seiner Persönlichkeit in der Lage gewesen, den Ansprüchen der Kirche Einhalt zu gebieten - was sich naturgemäß aber nicht so recht beantworten lässt.
Heinrich III. verstarb Anfang Oktober 1056 - wie es heißt - plötzlich und unerwartet mit neununddreißig Jahren in der Königspfalz Bodfeld im Harz.
Vermutlich an einer LungenentzĂĽndung.

Hätte er mehr erreichen können im Disput mit Papst und Klerus, hätte er länger gelebt?
Wer weiĂź?

Aber, wie hat doch der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück 2013 so treffend, allerdings gute 957 Jahre später gesagt? "Hätte, hätte - Fahrradkette".
Nun, ja ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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