Wie endete Heinrichs IV. Herrschaft?

Dramatisch.
Zeitlebens hatte er um die Macht kämpfen müssen.
Gegen die Reichsfürsten seines ostfränkischen-römischen Reiches, gegen Papst Gregor VII., gegen seine verleumderische zweite Gattin Adelheid von Kiew (-> auch „Praxedis“ genannt), gegen seinen zweiten Sohn Konrad, der sich auf die Seite Papst Urbans II. geschlagen hatte.
Und zum Schluss enttäuschte ihn auch noch der dritte Sohn, Heinrich, der den Vater 1105 absetzte und auf der Burg Ingelheim einsperren ließ.

Aber der Reihe nach

  • Nach Heinrichs ungeliebtem Aufenthalt in Italien sowie der erlösenden Scheidung von Adelheid - die während eines Prozesses in Piacenza (-> Emilia-Romagna/Italien) gegen ihren Gatten polemisierte, indem sie ihn in ungeheuerlicher Weise perverser Sexpraktiken bezichtigte -, kehrte Heinrich 1095 schließlich nach Deutschland zurück.
  • Auf einer Reichsversammlung 1098 in Mainz, erklärte Heinrich IV. seinen Sohn Konrad für abgesetzt und enterbt. Konrad verstarb 1101 in Florenz.
  • Ebenfalls 1098/99 wurde der dritte Sohn, noch ein weiterer Heinrich (V.), zum Mitkönig nominiert.
  • Im Spätsommer 1099, Papst Urban II. war im Frühjahr verstorben, wurde ein gewisser Raniero di Bieda zu Papst Paschalis II. gekrönt, der die Politik Gregors VII. weiterführte, über Heinrich IV. erneut den Bann verhängte und dessen Sohn Heinrich zu einem Aufstand gegen den Vater bewog.
  • Im Herbst 1105 standen sich Heinrich IV. und sein Filius mit ihren Truppen bei Regensburg gegenüber.

Obwohl es nicht zu Kampfhandlungen kam, gelang es dem Sohn - irgendjemand soll dabei seine verräterische Hand im Spiel gehabt haben - den Vater gefangen zusetzen und gegen Ende d. J. zur Abdankung zu zwingen.

Heinrichs IV. Versuch, nach geglückter Flucht aus der Inhaftierung mit militärischer Intervention das Rad umzudrehen, misslang.
Heinrich IV. verstarb, immer noch mit dem Kirchenbann - dem Vierten! - belegt

  • im August 1106 in Lüttich,
  • wurde im dortigen Dom bestattet und
  • später in nicht geweihte Erde nach Speyer umgebettet,
  • um dann schließlich und endlich - Heinrich V. hatte inzwischen die Auflösung des Banns erwirkt - im Kaiserdom von Speyer seine letzte Ruhe zu finden.

Fürwahr - ziemlich aufregende letzte Jahre …

Autor: Manfred Zorn

 

 

 

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