Warum musste Heinrich IV. 1090 erneut nach Rom?

Seit sich die Herrscher des frühen Mittelalters zur Aufgabe gemacht hatten, die Tradition des Antiken Römischen Reiches fortzusetzen, sich daher als römisch-deutsche Kaiser bezeichneten und daraus einen Herrschaftsanspruch über Italien ableiteten, hatten sie mit Rebellion, Aufständen und widerspenstigen Gegnern zu tun.

Das galt nun auch für Heinrich IV. (*1050/°1106), der 1090 ein zweites Mal nach Italien ziehen musste, um wieder einmal für Ruhe zu sorgen.

Zwei Jahre konnte er sich gegen die verbündeten Nord- und Süditaliener halten, dann, 1092, unterlag er – Ironie des Schicksals – bei Canossa den Aufständischen.

Jetzt tauchte Papst Urban II. (*um 1035/°1099; Papst von 1088 bis 1099) aus dem Exil auf, der zuvor dem Gegenpapst Clemens III. hatte weichen müssen.
Ihm, Urban II., gelang es, nicht nur den Lombardischen Städtebund, sondern 1093 auch Heinrichs Sohn Konrad auf seine Seite zu ziehen, der sich von Urban zum König der Lombardei krönen ließ.

Heinrich dagegen musste mehr oder weniger tatenlos bis 1095 im Nordosten Italiens (-> Venetien) ausharren.
Er konnte nicht zurück. Seine Gegner hielten die Pässe besetzt.
Außerdem war Heinrich in Piacenza in einen unangenehmen Prozess verwickelt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige