Was ist das eigentlich - der „Gang nach Canossa“?

Wegen der zunehmend mangelnden Unterstützung ehemaliger Gesinnungsgenossen, der Bischöfe und Fürsten - die  heftigen Auseinandersetzungen mit Papst Gregor VII. im Rahmen des Investiturstreites hatten Fahrt aufgenommen - musste Heinrich IV. (*1050/°1106), auch aufgrund der Ergebnisse des Fürstentages in der Pfalz Tribur/Trebur, schließlich klein beigeben und Buße tun.

Im Winter 1076/1077 reiste er mit kleinem Gefolge Papst Gregor VII. entgegen, der gerade unterwegs über Mantua nach Augsburg war.
Es kam zum berühmt gewordenen „Gang nach Canossa“ (-> Provinz Reggio Emilia/Italien).

Angeblich ließ Gregor den in Büßerkleidung gewandeten Heinrich drei/vier Tagen bei Eiseskälte vor der Burg ausharren. Aber egal, ob nun kürzer oder länger, Gregor tat sich schwer.

Vergab er Heinrich, verriete er die deutschen Fürsten, denen er ein Mitspracherecht eingeräumt hatte. Täte er es nicht, würde man ihn ganz sicher für unbarmherzig halten.
Nach einigem Zögern, entschloss Gregor sich dann für die Offensive.
Die Tore wurden geöffnet, Heinrich warf sich zu Boden, Gregor sprach seinen Segen, erlöste Heinrich vom Bann und nahm den reuigen Sünder wieder in die Kirche auf.

 

PS

Worum ging es (im Wesentlichen) auf dem Fürstentag zu Tribur/Trebur in der Pfalz?

Im Oktober 1076 einberufen von Heinrichs IV. Gegnern mit dem Ziel, Heinrich zur Entschuldigung und "Aussöhnung" gegenüber Papst Gregor VII. zu bewegen. Heinrich gelobte, sich innerhalb eines Zeitfensters von einem Jahr um die Aufhebung seiner Exkummunikation zu bemühen. Aber da die Sache knifflig war, entschloss er sich, bereits im Januar 1077 mit dem berühmten "Gang nach Canaossa" - sprichwörtlich - zu Kreuze zu kriechen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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