Warum kam es zum Machtkampf zwischen Heinrich IV. und Papst Gregor VII.?

Das während des Sachsenkrieges scheinbar freundliche Miteinander Heinrichs IV. (*1050/°1106) und Papst Gregors VII. (Papst von 1073 bis 1085), war nur von vorübergehender Dauer.

Als Gregor auch noch die Laieninvestitur – das Ein- und Absetzen kirchlicher Würdenträger durch Kaiser, König oder Fürst (also Laien) – aufs Schärfste verbot, kümmerte das den inzwischen Anfang zwanzig Jahre alten Heinrich IV. einen feuchten Kericht.
Er lehnte weiterhin jegliche päpstliche Einmischung ab, und besetzte Kirchenämter nach wie vor nach eigenem Gusto.

Wie nicht anders zu erwarten, der Konflikt eskalierte. Ein heftiger streitbarer Briefwechsel setzte ein.
Unter dem Vorwand, dass Gregor sein Pontifikat ohnehin nur unter fadenscheinigen Umständen ergattert habe, erklärte Heinrich – mit dem Wohlwollen breiter kirchlicher Kreise, die ebenfalls schon lange Zeit einen tiefern Groll gegenüber der Reformbewegung Gregors VII. hegten – 1076 auf dem Reichstag zu Worms den Papst kurzer Hand für abgesetzt.
Unmittelbar darauf schlug Gregor zurück.

Auf der Synode von Rom sprach er über Heinrich den Bann aus und entband dessen Untertanen von ihrem Treueschwur.

Jetzt begannen die bisher zu Heinrich haltenden Bischöfe und Fürsten zu wanken. Sie rückten von ihm ab, trafen sich auf dem Fürstentag in der Pfalz Tribur/Trebur (-> bei Groß Gerau/Hessen) und zwangen Heinrich zum Einlenken.

Die Folge hieraus war der als „Gang nach Canossa“ in die Geschichte eingegangene Bußgang Heinrichs IV.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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