Was ist unter „Investiturstreit“ zu verstehen?

Im 11. und 12. Jahrhundert begann die Kirche, sich gegen den Einfluss weltlicher Macht bei der Amtseinsetzung kirchlicher Würdenträger aufzulehnen.

Bereits Papst Nikolaus II. (*etwa 995/°1061; Papst von 1058 bis 1061) hatte 1059 auf einer Lateransynode (ohne deutsche Beteiligung) ein Dekret erlassen, das die Wahl eines Papstes für alle Zukunft ausschließlich der Institution Kirche vorbehielt.
Den weltlichen Herrschern wurde darin lediglich – aber immerhin – ein Mitspracherecht eingeräumt.
Bereits unter Papst Alexander II. (*etwa um 1010/°1073), der die Reformpläne der Kirche weiter trieb, gewann die Kurie weiteren politischen Einfluss.

Aber, wie nicht anders zu erwarten, wollten Kaiser und/oder Könige das so nicht hinnehmen.

Folgerichtig entbrannte zwischen Papst, Kaiser und/oder König ein Machtkampf, der im so genannten Investiturstreit unter Papst Gregor VII. (*irgendwann zwischen 1025-1030/°1085) und Heinrich IV. (*1050/°1106) seinen vorläufigen Höhepunkt fand.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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