Wer hat 1073 dafür gesorgt, dass Heinrich IV. König blieb?

Das waren die Bürger von Worms.
Eine sich zunehmend entwickelnde städtische Gesellschaftsschicht, die durch Handel und Handwerk nicht nur zu einigem Wohlstand gekommen war, sondern deren Bewohner sich als mündige und selbstbewusste Staatbürger empfanden.

Das war neu.

Es war die Zeit, in der unter anderen aus Bischofssitzen, Pfalzen und sich um Burgen herum bildenden Marktflecken, langsam stadtähnliche Siedlungen entstanden.
Anders ausgedrückt - es war der Beginn einer frühen Städteentwicklung.

Aber, wie halfen denn nun die Bürger von Worms Heinrich IV. (*1050/°1106)?
Ok, das kam so:

Während Heinrichs ergebnislosem Kampf gegen Otto von Northeim und die Sachsen, trugen sich die Reichsfürsten – unter Federführung der Erzbischöfe Anno von Köln und Siegfried von Mainz – mit der Absicht, einen neuen König zu inthronisieren.
Aber sie hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Entschlossen nicht aufzugeben sowie mit der Unterstützung der Wormser - die ihren Bischof wegen seiner königsfeindlichen Haltung aus der Stadt jagten - überstand das Stehaufmännchen Heinrich auch diese unfreundliche Situation.

Eine weitere - wenn auch nicht endgültige - Wendung dieses Konflikts ist zurückzuführen auf die Vermittlung Gregors VII. (*vermutlich irgendwann zwischen 1025-1030/°1085), der kurz zuvor - angeblich gegen seinen Willen, aber auf Drängen der Römer - im April 1073 die Nachfolge Papst Alexanders II. (*etwa um 1010/°1073) angetreten hatte.

Im Frieden von Gerstungen (-> Thüringen) im Februar 1074, blieb Heinrich zwar der königliche Besitzstand erhalten, musste aber den Aufständischen die Zerstörung der Harzburg zugestehen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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