Warum, wann und von wem wurde Heinrich IV. entführt?

Nun, die in der Geschichte mächtiger Herrschaftsgeschlechter immer wieder vorgekommenen Streitigkeiten um Macht, Geld und Ansehen - sei es innerhalb der Familien oder mit machtgierigen Herzögen, Fürsten und anderen Politgangstern von außen - machten auch vor Heinrich IV. (*1050/°1106) nicht Halt.

Dieses Mal, im Jahre 1062 - und auch das war nicht unüblich - stritten sich eine Handvoll Erzbischöfe und Herzöge um die Einflussnahme auf den jungen König.
Um diesem Ansinnen näher zu kommen, beabsichtigten sie sowohl Agnes (der eh nicht viel zugetraut wurde), als auch ihren Subregenten Bischof von Augsburg zu entmachten.
Rädelsführer dieses Zoffs war der Erzbischof Anno von Köln, der - anlässlich eines Aufenthalts Agnes´ und Heinrichs IV. in der Pfalz Kaiserswerth bei Düsseldorf - den zwölfjährigen Heinrich auf sein Boot lockte und gegen dessen Willen festhielt.
Die Quellen sind hier, wieder einmal, allerdings nicht eindeutig.

Die einen sagen, Heinrich wäre nach Köln gebracht worden, die anderen vertreten die Meinung, der junge Mann sei von Bord gesprungen, fast ertrunken, letztlich aber von einem der Verschwörer aus dem Wasser gezogen worden.

Auch Erzbischof Anno kommt in der Betrachtung seiner Beweggründe für die Entführung unterschiedlich weg. Einerseits werden ihm unlautere Absichten zur Erlangung der Macht unterstellt, andererseits heißt es, Erzbischof Anno habe Heinrich eine Erziehung vermitteln wollen, die nicht von seiner ängstlichen, unsicheren und frömmelnden Mutter beeinflusst würde.

Wie auch immer.
Fest steht wohl, dass Heinrichs Verhältnis zu dem Kölner Kirchenmann fortan unreparabel gestört war.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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