Wer war der Nachfolger Heinrichs V.?

Das war der Sachsenherzog Lothar (III.) von Süpplingenburg (*um 1075/°1137).
Als Heinrich V. im Mai 1125 in Utrecht verstarb und im Dom zu Speyer beigesetzt worden war, begann das übliche Flaschendrehen um seine Nachfolge.
Da Heinrichs Ehe kinderlos geblieben war, es somit keinen männlichen Erben gab, „starb“ mit ihm auch die Herrscherdynastie der Salier.

Aber wie das (auch heute noch) so ist in Kreisen derjenigen, die gern nach der Macht greifen, tauchten auch 1125  – wie Kai aus der Kiste – zügig zwei Anwärter für den freigewordenen Thron auf.
Zur Wahl stellten sich der etwas zögerliche Stauferherzog Friedrich II. von Schwaben und der o. gen. sächsische Herzog namens Lothar.

Auf Betreiben des „Wahlleiters“ Erzbischof Adalbert von Mainz, erhielt der Sachse den Vorzug – in der berechtigten Annahme,

  • der könne mit Fünfzig gewiss keinen Thronfolger mehr zeugen und würde
  • aller Voraussicht nach, aus Altersgründen ohnehin frühzeitig den Weg allen Irdischen gehen und damit schon bald einem adäquateren Nachfolger den Thron freiräumen.

Dass durch dieses Vorgehen die Erbfolge missachtet wurde (Friedrich II. von Schwaben war letztlich der Neffe Heinrichs V.), focht die adeligen Wahlmänner nicht weiter an.

Obwohl der Sachsenherzog dann doch als Lothar (III.) von Süpplingenburg gute zwölf Jahre, von 1125 bis 1137 König, ab 1133 sogar Kaiser war, wird sein Wirken in den Annalen als weitestgehend unbedeutend, und er selbst als farblos geschildert.

Nach seinem Tod 1137/38 setzte sich der Staufer Konrad III. gegen den Welfenherzog Heinrich den Stolzen durch. Das Adelsgeschlecht der Staufer hatte das Heft in die Hand genommen …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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