Das „Wormser Konkordat“ – was wurde beschlossen, was waren die Folgen?

Heinrich V. (*1084 plus-minus/°1125)

Heinrich V. (und mit ihm die Könige/Kaiser nach ihm) verzichtete auf die Investitur mit den kirchlichen Symbolen Ring und Stab, gestattete Wahl und Weihe geistlicher Würdenträger nach kirchlichem Ermessen und machte sich für die Rückgabe konfiszierten Kirchenbesitzes stark.

 

Papst Calixt II. (*um 1060/°1124)

Der Papst, in Worms vertreten durch einen Bevollmächtigten, billigte, dass in Deutschland die Wahl von Bischöfen/Äbten in Anwesenheit des Königs/Kaisers stattfand, und die Gewählten durch Übergabe des Zepters seitens König/Kaiser gleichsam das weltliche Lehen erhielten, wofür sie ihm, dem König/Kaiser, den Lehnseid zu leisten hatten.

 

Ein fauler Kompromiss für die weltliche Macht

Mit diesem Kompromiss war zwar der Investiturstreit (vorerst) beigelegt, die Einheit von Staat und Kirche aber weitestgehend aufgehoben.
Könige/Kaiser verloren in der Folge zunehmend an Macht, die mehr und mehr auf die lokalen Fürsten sowie auf den sich bildenden Stand der geistlichen Reichsfürsten verlagert wurde.

Obwohl die einige Zeit darauf zum König/Kaisertum aufgestiegenen Staufer in der Folge dieser sich anbahnenden Entwicklung beherzt entgegenzutreten versuchten, zerfiel das Heilige Römische Reich im Laufe der kommenden Jahrhunderte letztendlich doch in eine Vielzahl kleiner und kleinster Staaten.

Autor: Manfred Zorn

 

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