Was ging dem „Wormser Konkordat“ von 1122 voraus?

Nun, in Rom war wieder einmal der Bär los.
Die römischen Adelshäuser stritten um das Amt des Stadtpräfekten, wobei Papst Paschalis II. (-> Papst von 1099 bis 1118) kräftig mitwirkte, aber wohl aufs falsche Pferd gesetzt hatte.
Als Heinrich V. in Rom ankam, hatte Paschalis kurz zuvor die Stadt verlassen müssen.

An seiner Stelle richtete ein Prälat (-> jemand, der innerhalb der Kirche höhere Aufgaben wahrnimmt) zu Ostern 1117 eine kirchliche Feierlichkeit für Heinrich aus, in deren Ablauf gleichzeitig auch Heinrichs Gattin, Mathilde, zur Kaiserin gekrönt wurde.
Damit hatte der Kirchenmann seine Kompetenzen überschritten, und wurde umgehend von Papst Paschalis exkommuniziert.
Dann, inzwischen wieder zurück in Rom, verstarb Paschalis im Januar 1118.

Ohne Wissen Heinrichs V. wurde ein Nachfolger gewählt, der den Papstnamen Gelasius II. erhielt und gut ein Jahr im Amt war.
Als der gute Mann, dessen Name soviel wie: „Der Heitere“ bedeutete, sich seiner Heiterkeit nicht berauben lassen wollte, sich in seine Heimatstadt absetzte und des Kaisers Aufforderung zur Rückkehr schlichtweg ignorierte, berief Heinrich mit Gregor VIII. einen Gegenpapst aus.

 

Langer Rede, kurzer Sinn

Papst Gregor VIII. (nicht zu verwechseln mit dem von Oktober bis Dezember 1087 amtierenden rechtmäßigen Papst gleichen Namens) agierte als Gegenpapst immerhin von 1118 bis 1121 neben den Päpsten

  • Gelasius II. (Papst von Januar 1118 bis Januar 1119) und
  • Papst Calixt II. (Papst von 1119 bis 1124).

Letzterer war es dann, mit dem Heinrich V. – auf Druck seiner gegen ihn revoltierenden und immer selbstbewusster auftretenden Reichsfürsten – schließlich und endlich im September 1122 auf einem Hoftag in Worms zu einem Kompromiss im immer noch schwelenden Investiturstreit fand: Dem „Wormser Konkordat“.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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