Worauf einigten sich Heinrich V. und Papst Paschalis II. in Sutri?

Angekommen in Italien, folgte eine Reihe von Geheimverhandlungen, unter anderem im Februar 1111 in Sutri (-> Region Latium, nahe Rom).
Überraschende Quintessenz der Gespräche mit Papst Paschalis II. (-> Papst von 1099 bis 1118) war, dass dieser vorschlug, die Bischöfe auf ihre Besitztümer und Privilegien (Münzrecht, Marktrecht etc.) verzichten zu lassen.

Damit bestünde für Könige/Kaiser keinerlei Veranlassung mehr, Kirchenmännern zu Amt und Würden zu verhelfen, weil ja dann – eigentlicher Sinn der Investitur – keine Güter und Vorrechte mehr zu vergeben wären.
Die Verwaltung der bisher von kirchlichen Institutionen wahrgenommen Aufgaben sollte zukünftig von weltlichen Einrichtungen (-> König/Kaiser, Fürsten, Ministerialen) vorgenommen werden.

Wohl wissend, dass dieser kühne Vorschlag einer Trennung von Kirche und weltlicher Macht nahe gekommen wäre, wollte Heinrich zuvor seine ständig mit ihm unzufriedenen Reichsfürsten mit ins Boot holen.
Papst Paschalis II. dagegen untermauerte seine Zusage zu diesem Deal damit, bei einem zu erwartenden Widerstand betroffener Kleriker, diese mit dem Bann belegen zu wollen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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