Warum zog es Heinrich V. 1110 nach Italien?

Zwei Gründe trieben Heinrich V. (*Anfang bis Mitte der 80iger Jahres des 11. Jahrhunderts/°1125) im September 1110 nach Italien:

Zum einen beabsichtigte er, sein angestammtes Recht auf die Investitur nachhaltig durchzusetzen, was er – noch unbeugsamer und rabiater als sein Vater – uneingeschränkt für sich reklamierte,

und zum anderen wollte Heinrich endlich vom Papst zum Kaiser gekrönt werden.

Beide Vorhaben gingen erst nach einigem Hin und Her:

  • dem (wegen Nichtzustimmung welt- und geistlicher Würdenträger) ergebnislosen Vertrag zu Sutri (Latium/Italien) im Februar 1111,
  • der darauf erfolgten Gefangenahme Papst Paschalis´ II. (-> Papst von 1099 bis 1118) seitens Heinrichs V. sowie
  • einer erneuten - allerdings von Heinrich erzwungenen - Abmachung (-> festgehalten im sog. Vertrag von Ponte Mammolo) im April 1111,

zu Heinrichs Gunsten aus.
Er erhielt, was er gewollt hatte - das volle Recht der Investitur und die Kaiserkrönung.

Den "Kaiser" konnte ihm niemand mehr nehmen.
Der Vertrag von Porto Mammolo wurde allerdings im März 1112 auf einem Laterankonzil in Rom aufgehoben und Heinrich V. gegen Ende des Jahres exkommuniziert ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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