Wie war Barbarossas Verhältnis zur katholischen Kirche?

Im Grunde genommen ähnlich, wie zu den Großen des Reiches.

Zwar unterrichtete Barbarossa den gerade amtierenden Zisterzienserpapst Eugen III. (-> Papst von 1145 bis 1153) kurz und knapp über seine Wahl zum König, verwies auch freundlich auf die seit dem

  • Wormser Konkordat (-> Beendigung des Investiturstreits zwischen Heinrich V. und Papst Kalixt II., 1122)

beschworene Solidarität zwischen Kirche und Staat, fügte aber hinzu, dass ihm, Barbarossa, das Reich von Gott direkt überantwortet sei. Keineswegs also dessen Interessenvertreter auf Erden, dem Papst!
Im Klartext sollte das heißen:
Zuerst der König/Kaiser, dann erst der Stuhl Petri!

Und selbstverständlich hielt Barbarossa sich an das Konkordat, legte es allerdings, ha, ha, in seinem Sinne aus.

So durften die Geistlichen ihre Bischöfe und Äbte durchaus selbst wählen – aber nur diejenigen, die dem König genehm waren.

Das konnte dem Oberhaupt der katholischen Kirche nun so überhaupt nicht passen. Tat es auch nicht.

Der wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehende Streit um die Frage: Wer hat das Sagen? Papst oder König/Kaiser? wurde auch während Barbarossas Herrschaft unverdrossen, mal mehr, mal weniger heftig, weitergeführt.
Und das mit immerhin (Eugen III. und vier Gegenpäpste eingerechnet) zwölf Hütern des Heiligen Stuhls während Barbarossas achtunddreißig Jahre andauernden Regierungszeit.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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