Was verband Friedrich I. Barbarossa mit Papst Hadrian IV.?

Nicht wirklich viel.
Barbarossa sah sein Reich als „direkt von Gott übertragen“ an; der aus England stammende Papst Hadrian IV. (*irgendwann vor 1120?/°1159) fühlte sich damit in seiner gefühlten Eigenschaft als Stellvertreter Gottes auf Erden übergangen.
Das beiderseitige Streben nach der Vorrangstellung, führte zwangsläufig zu Konflikten. Beide standen sich in „freundlicher Antipathie“ gegenüber.

 

Und doch brauchten sie einander:

Der eine wollte dringend Kaiser werden, der andere benötigte den Schutz der weltlichen Macht sowohl gegen die nach wie vor aufständischen Römer, als auch gegen die den Kirchenstaat bedrohenden Normannen unter ihrem König Wilhelm I. von Sizilien (*1122/1166). Also salbte Hadrian Barbarossa im Juni 1155 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, und der wiederum gelobte feierlich, dem Papst die erbetene Unterstützung zu leisten.

 

Aber, so nach dem Motto: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?,

hielt sich Barbarossa aus den Zwistigkeiten des Papstes mit den Römern und Normannen heraus. Das er damit eindeutig gegen die Vereinbarungen des 1153 (-> mit Papst Eugen III.) geschlossenen Vertrages von Konstanz verstieß, muss ihm anscheinend völlig egal gewesen sein. Wie auch immer – das ohnehin angespannte Verhältnis beider zueinander, verschlechterte sich rapide.

 

Hadrian IV. und Wilhelm I. von Sizilien

Als Hadrian sich überraschenderweise gezwungen sah, mit dem normannischen Sizilianer Wilhelm I. Frieden zu schließen (-> Vertrag von Benevent; Juni 1155), diesem die uneingeschränkte Herrschaft über Sizilien einräumte, Wilhelm dazu noch – sozusagen obendrauf – das Herzogtum Apulien und das Fürstentum Capua andiente und sich im Gegenzug vom normannischen Sizilianer als Lehnsherr bestätigten ließ, schlug das die Krone in des Kaisers Gesicht.

 

Reichstag von Besancon

Barbarossa soll erst spät, auf dem Reichstag von Besancon im Oktober 1157, von dieser Angelegenheit erfahren haben, und war erkennbar "not amused“. Die Disharmonie zwischen Papst und Kaiser eskalierte. Allerdings zeigten die eingeleiteten Maßnahmen des Papstes, zum Beispiel die lombardischen Städte gegen den Kaiser zu mobilisieren und seine Absicht, Barbarossa mit dem Bann zu belegen, keinerlei Wirkung mehr – Hadrian IV. verstarb zuvor im September 1159.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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