Hatte Barbarossa eigentlich Geldsorgen – und wenn ja, was tat er dagegen?

Chroniken und alten Urkunden zur Folge, soll es in der Tat so gewesen sein, dass der königliche Hof unter Barbarossa (*1122/°1190) knapp bei Kasse war.
Allerdings - im Vergleich zu den vormaligen Ottonen und Saliern - nicht so klamm wie sein Vorgänger und Onkel Konrad III. (*1093/°1152). Der soll zum Schluss angeblich sein Personal nicht mehr entlohnt haben können.

Hinzu kam für Barbarossa dennoch, dass die Staatseinnahmen nicht sprudelten.

Fürsten und Herzöge entwickelten Stacheldraht in den Taschen, alle Pfründe waren vergeben, vom Welfen Heinrich dem Löwen nicht viel zu erwarten, und in nicht unerheblicher Größenordnung war Geld für Barbarossas Inthronisierung draufgegangen.

Um diesem unerfreulichen Zustand ein Ende zu verschaffen, kam Barbarossa auf die grandiose Idee, sich von der prosperierenden Lombardei zu holen, was des Kaisers war.
In den oberitalienischen Städten, wie unter anderen Mailand, Pavia, Padua oder Verona, blühten nämlich nicht nur Pflanzen, Bäume und Sträucher, nein, auch Handel und Handwerk florierten geradezu üppig.

Folgerichtig machte sich Barbarossa daher 1154 auf nach Italien (1. Italienfeldzug, 1154 bis 1155), scheiterte in der Durchsetzung seiner Ziele aber bereits an den Mailändern, die seinem absurd kleinen Heer von gerade mal eintausendachthundert Mann beherzt Paroli boten, und im Traum nicht daran dachten, sich zu unterwerfen.

Um sich aber dennoch schadlos zu halten, ließ Barbarossa vom königstreuen Pavia das Städtchen Tortona (-> Piemont/Italien) zerstören, zog weiter nach Rom und ließ sich dort im Juni 1155 von Papst Hadrian IV. (*??/°1159) zum Kaiser krönen.

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Die Deutschen Cäsaren (S. Fischer-Fabian, Droemer Knaur)

 

 

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