Was ist das eigentlich – das „Brückentor von Capua“?

Die bereits im Altertum bedeutende Stadt Capua (-> Kampanien/Italien) besteht heute, wenn man so will, aus zwei, ungefähr vier Kilometer auseinander liegenden, Orten - dem antiken Casilinum und heutigem Capua sowie der Stadt Santa Maria Capua Vetere. Letztere entspricht wiederum im Grunde genommen der eigentlichen antiken Stadt Capua. Immer wieder faszinierend, wie kompliziert sich doch geografische Gegebenheiten über die Jahrtausende hinweg verändern können.

Wie dem auch sei!

Das von Friedrich II. von Hohenstaufen (*1194/°1250) zwischen 1234 und 1239 – an der damals schon vorhandenen Volturnusbrücke – errichtete „Brückentor von Capua“, galt seiner Zeit sozusagen als Tor zum Königreich Sizilien, war aber auch als Zeichen kaiserlicher Macht (und möglicher Provokation?) gegenüber dem Pontifex in Rom gedacht. Dessen Kirchenstaat hatte seine Grenze lediglich etwa achtzig Kilometer entfernt.

Friedrichs Bauergänzung bestand aus zwei dicken, runden Türmen, einem Portalbogen, der Darstellung des Kaisers mit Krone und Reichsinsignien, einer Reihe weiterer beeindruckender Skulpturen und einer „warnenden“ Inschrift an die Reisenden: „… sicher schreite hindurch, wer fehlerlos zu leben gewillt ist. Aber der Untreue fürchte den Bann und im Kerker den Tod …“

Dieser Text lässt, Historikern zur Folge, den Schluss zu, dass das „Brückentores von Capua“ für Friedrich II. ganz sicher auch von machtpolitischer Bedeutung war, ist aber - aus kunstgeschichtlicher Sicht bedauerlich - über die Jahrhunderte den Weg allen Irdischen gegangen.
Heute sind nur noch die rudimentären Reste beider Türme zu besichtigen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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