Wo befand sich der sogenannte „Kaiserpalast“ Friedrichs II. von Hohenstaufen?

In Foggia, Hauptstadt der gleichlautenden Provinz im Norden Apuliens, während des Zweiten Weltkrieges weitestgehend zerstört, heute ein für Apulien/Italien nicht unbedeutendes landwirtschaftliches Zentrum und Sitz einer Reihe wichtiger Industriezweige (-> u.a. Chemie, Papier).

Ganz anders sahen Stadt und die Gegend drum herum wohl zu Zeiten Friedrichs II. aus, denn der Kaiser soll von Foggia derart angetan gewesen sein, dass er sich zu Beginn der zwanziger Jahre des 13. Jahrhunderts Knall auf Fall entschloss, Palermo zu verlassen und seine Residenz nach Foggia zu verlegen.

Außer seiner (vermuteten) Vorliebe für Landschaft, Fauna und Flora, liegen darüber hinausgehende Gründe zu diesem Entschluss im historischen Dunkel. Fakt ist aber, dass Friedrich II. 1223 mit dem Bau eines seiner prächtigsten Domizile begann und diese Location in den Folgejahren zu seinem bevorzugten Aufenthaltsort erkor.

Heute sind von diesem über die Jahrhunderte mehrfach zerstörten Palast (-> u.a. Erdbeben/1731, Brand/1898, Bombardierung 1943), lediglich ein gut sieben Meter hohes und etwas mehr als drei Meter breites  Portal mit einer Inschrift erhalten, die auf das Entstehungsjahr, die Herrschaftsjahre Friedrichs II., den Namen des Baumeisters und die Tatsache, dass der Palast Lieblingsaufenthaltsort des Staufers war, hinweist.

Das, was bis heute über die angenommene Großartigkeit und fulminante Ausstattung der ehemaligen Anlage bekannt wurde, ist - zum Glück - der akribischen Rekonstruktion italienischer Bauhistoriker zu verdanken.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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