Was hat Friedrich II. von Hohenstaufen eigentlich alles gebaut – und warum?

Das „Warum“ lässt sich gut und gern bis in die heutige Zeit beobachten. Wie schon vor und nach Friedrich II., sind Regenten, ob sie nun als Monarchen, Scheichs, Diktatoren oder demokratisch gewählte Landesherren (-> oder: Frauen) die Geschicke ihrer Länder führen, in weiten Teilen auch noch heute daran interessiert, der Nachwelt ein irgendwie mit ihnen in Verbindung gebrachtes Bauwerk zu hinterlassen.

 

Moderne Zeiten

Als Negativbeispiele könnten hier vielleicht die in jüngster Zeit in Deutschland als Prestigebauten gedachten Projekte: „Stuttgart 21“, die Elbphilharmonie in Hamburg oder der Pannenairport Berlin-Brandenburg „Willy Brandt“ genannt werden!?

 

Aber, zurück zu Friedrich II.,

zu dessen Zeit repräsentatives Bauen gleichzeitig auch Ausdruck der vom Herrscher ausgehenden Macht war. Je größer, spektakulärer und aufwendiger die Bauwerke, je deutlicher die Omnipotenz (-> Allmacht) des Potentaten. 

 

Kastelle

Das galt auch für Friedrich II. Aber, obwohl in seinem Wirken keineswegs eindimensional gestrickt, war sein vorrangiges Ziel doch, ersteinmal die Sicherheit seines Reiches zu gewährleisten. Um gegen mögliche innere, als auch äußere Bedrohungen gewappnet zu sein, veranlasste er, mit geradezu übersteigerter Energie, die Errichtung wehrtauglicher Anlagen. So entstand, in relativ kurzer Zeit, auf Sizilien und an der Ostküste Apuliens eine Phalanx an Kastellen. Bereits bestehende sowie von vorangegangenen Herrschaftssystemen hinterlassene Burgen und Wehrtürme ließ er um- oder ausbauen; neu in Auftrag gegebene Befestigungsanlagen ergänzten das Programm. Man könnte sagen, das Bauen von Burgen und Festungswällen – kurz: von Verteidigungsanlagen aller Art – schien ihm sozusagen zur Manie geworden zu sein.

 

Zweckbauten

Obwohl unter anderem als Kosmopolit, Dichter, Wissenschaftler und Philosoph in die Geschichte eingegangen, setzte Friedrich sich – ganz pragmatisch – auch für den Bau von Talsperren, Brücken und Straßen ein. Er ließ Hafenanlagen, zum Beispiel in Bari, Brindisi (-> Apulien/Italien), Syrakus und Catania (-> Sizilien), verstärken – und widmete sich darüber hinaus, neben allem Notwendigen, auch gern und ausgiebig den schönen Dingen in Architektur und Baukunst.

 

"Datschen"

Unter seiner Ägide (1220 bis zu seinem Tod 1250) als Kaiser, entstanden – außer der Vielzahl an Kastellen, die ab und an (-> z.B. auf Reisen) auch als Residenzen gedacht waren  – Paläste, Jagdschlösser und bauhistorische Brückentore, wie zum Beispiel das "Castello di Lucera", der sogenannte "Kaiserpalast von Foggia" und das "Brückentor von Capua".

 

Alles in allem -

nach neuesten Erkenntnissen - schreibt die Geschichtsforschung dem umtriebigen Bauplaner Kaiser Friedrich II. nachweislich (Quelle: Friedrich II.; Olaf B. Rader; C.H.Beck) über zweihundertachtzig umgestaltete oder neu errichtete Bauwerke zu.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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